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Fahrzeugdiagnose

Vom Fehlercode zur tatsächlichen Ursache

Eine professionelle Diagnose beginnt mit dem Fehlerbild und endet idealerweise mit einem nachvollziehbaren technischen Befund. Dazu werden Diagnosedaten, Messwerte und – wenn erforderlich – elektrische Signale zusammengeführt.

Technische Informationen

Diagnosewissen verständlich erklärt

Fahrzeugdiagnose bedeutet mehr als das Auslesen eines Fehlerspeichers. Diagnosesysteme verbinden Steuergerätedaten, Fahrzeugfunktionen und – bei entsprechender Ausstattung – die Analyse der Datenbuskommunikation. So entsteht eine technische Grundlage für die weitere Fehlersuche.

Diagnoseebenen

Strukturiert statt Teiletausch auf Verdacht

Die Diagnose kann je nach Fahrzeug und Fehlerbild unterschiedliche Ebenen umfassen. Fehlerspeicher und Istwerte bilden den Einstieg; Messungen und Signalanalyse übernehmen bei Bedarf die weitere Eingrenzung.

Fehlerspeicher & SysteminformationenGespeicherte Fehler, Umgebungsdaten und relevante Systeminformationen auswerten.
Istwerte & StellgliedtestsAktuelle Betriebswerte prüfen und Komponenten – soweit möglich – gezielt ansteuern.
Elektrische PrüfungVersorgung, Masse, Leitungen und Signale messtechnisch untersuchen.
Logische DiagnoseZusammenhänge zwischen Symptomen, Messwerten und Systemreaktionen herstellen.
Fahrzeugdiagnose mit Mess- und Analysetechnik
BECKER-SYSTEMS Empfangsbereich
Fahrzeugdiagnose in der Werkstatt
Herstellersysteme & Multimarke

Die richtige Diagnoseebene für das jeweilige Fahrzeug

Je nach Fahrzeug kommen originale Diagnosesysteme und Multimarkengeräte zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Mercedes-Benz XENTRY, BMW ISTA und Volkswagen Group ODIS. Die tatsächlich eingesetzte Diagnose richtet sich nach Fahrzeug, System und Fehlerbild.

OEM-Systeme liefern dabei häufig die tiefste fahrzeugspezifische Information. Wenn die geführte Diagnose nicht ausreicht, wird sie durch eigenständige technische Prüfung ergänzt.

Logische Diagnose

Ein Fehlercode beschreibt einen Zustand – nicht automatisch das defekte Bauteil.

Ein modernes Fahrzeug ist ein vernetztes System: Steuergeräte tauschen Informationen aus, Sensoren liefern Zustandsdaten und Aktuatoren setzen Befehle um. Deshalb kann ein Fehlercode zwar einen betroffenen Bereich nennen, aber nicht automatisch die Ursache bestimmen.

Ein gespeicherter Fehlercode ist ein wichtiger Hinweis. Er kann jedoch unterschiedliche Ursachen haben: Ein Sensor kann selbst defekt sein, seine Versorgung kann fehlen, eine Leitung kann unterbrochen sein oder die Kommunikation zwischen Steuergeräten kann gestört sein.

Deshalb werden Fehlercode, Istwerte, Systemreaktionen und Fahrzeugverhalten miteinander verglichen. Eine belastbare Diagnose verbindet Systemwissen, Messwerte, elektrische Prüfung und die Beobachtung des Fahrzeugverhaltens.

Fehlerbild → Information → Messung → Ursache
Die einzelnen Diagnoseebenen werden nicht isoliert betrachtet, sondern zu einem technischen Gesamtbild zusammengeführt.
Beispiel:
Ein Fehler an einem Sensor bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Sensor selbst defekt ist. Ebenso können Versorgung, Masse, Leitung, Steckverbindung oder die Auswertung im Steuergerät die Ursache sein.
Messtechnik

Signale und Messwerte sichtbar machen

Wenn Diagnoseinformationen allein nicht ausreichen, kann die direkte Messung elektrischer Signale entscheidend sein. Mit dem Oszilloskop lassen sich Signalverläufe, Frequenzen, Pegel, zeitliche Zusammenhänge und Abweichungen vom erwarteten Verhalten sichtbar machen.

Interessant sind dabei nicht nur einzelne Spannungswerte, sondern auch Signalform, Frequenz, zeitlicher Verlauf und das Verhalten unter Last. So können Messungen mit dem erwarteten Systemverhalten und dem tatsächlichen Fehlerbild verglichen werden.

  • Sensor- und Aktuatorsignale
  • Versorgung und Masse
  • Leitungs- und Signalqualität
  • Zeitliche Signalzusammenhänge
  • Bus- und Kommunikationssignale
MessungWas passiert elektrisch tatsächlich?
VergleichEntspricht das Signal dem erwarteten Verlauf?
ZusammenhangPasst das Messergebnis zum Fehlerbild und zum beobachteten Fahrzeugverhalten?
Oszilloskop und Signale bei der Fahrzeugdiagnose
SIGNALANALYSEMesswert → Signalverlauf → technische Aussage
Fahrzeugkommunikation

Wenn Steuergeräte miteinander sprechen

Moderne Fahrzeuge bestehen aus vielen vernetzten Steuergeräten. CAN, LIN, MOST, FlexRay und weitere Kommunikationsstrukturen können für die Diagnose relevant sein.

Störungen müssen nicht zwingend im betroffenen Steuergerät selbst entstehen. Kommunikationsfehler, Versorgungseinflüsse oder Unterbrechungen im Leitungsnetz können Folgefehler in mehreren Systemen erzeugen. Deshalb ist Kommunikation ein wichtiger Teil der technischen Diagnose.

CANVerbreiteter Fahrzeugbus für die Kommunikation zahlreicher Steuergeräte und Funktionen.
LINEinfacher Bus für untergeordnete Komponenten und Funktionen.
MOSTNetzwerk für Datenübertragung im Bereich Infotainment und Multimedia.
FlexRayHochleistungsfähige Kommunikation für zeitkritische Anwendungen.
K-LineÄltere Diagnosekommunikation, die bei vielen Fahrzeugen weiterhin technisch relevant sein kann.
Oszilloskopmessung eines CAN-Signals mit Decodierung
CAN-Signal sichtbar und decodiertOszilloskopmessung und Decodierung machen die Kommunikation zwischen Steuergeräten technisch nachvollziehbar.
Kommunikation prüfenBusverhalten, Signale und Systemzusammenhänge bei Bedarf in die technische Analyse einbeziehen.
Folgefehler erkennenMehrere gespeicherte Fehler können auf eine gemeinsame Ursache zurückzuführen sein.
Ursachenanalyse

Vom Fehlerbild zum nachvollziehbaren technischen Befund

Die Ergebnisse aus Diagnosegerät, Messung und praktischer Prüfung werden zusammengeführt. Ziel ist nicht möglichst viel auszutauschen, sondern die Ursache technisch so weit einzugrenzen, dass ein sinnvoller Reparaturweg festgelegt werden kann.

01

Fehlerbild

Symptome, Vorgeschichte und Bedingungen aufnehmen.

02

Information

Fehlerspeicher, Istwerte und Systeminformationen auswerten.

03

Messung

Signale, Leitungen, Sensoren und Komponenten verifizieren.

04

Ursache

Ergebnisse zusammenführen und technischen Befund ableiten.

Diagnose in der Praxis

Einblicke in Messungen und Fehlersuche

Auf dem BECKER-SYSTEMS YouTube-Kanal zeigen Praxisvideos, wie technische Diagnose und Fehlersuche tatsächlich aussehen.

Praxisvideo 01

Einblick in die technische Diagnose

Praxisvideo 02

Messung und Fehlersuche in der Praxis

Praxisvideo 03

Diagnose und technische Ursachenanalyse

Diagnosepreise

Diagnose nach Aufwand und Prüftiefe

Die verschiedenen Preisstufen geben Ihnen einen transparenten Überblick darüber, welche Diagnoseleistungen im jeweiligen Leistungsumfang enthalten sind.

Nr.Diagnose im DetailPreis
1Fehler lesen & löschen„Kannst de mo grad gucke“35,00 €
2Fehlerspeicher + Istwerte-DiagnoseDifferenzialdiagnose und Abhilfevorschlag75,00 €
3Umfassende DiagnoseFehlerspeicher, Istwerte, Differenzialdiagnose, kybernetische Analyse, Sensorik- und Aktuatorik-Messung, CAN-Analyse, Leitungssatz-Prüfung und Fehlerursachenbestimmung175,00 €
4Wie Nr. 3zusätzlich mit mechanischer Diagnose250,00 €
5Wie Nr. 4inklusive Diagnose Mikroelektronik / Steuergerät325,00 €
6Allgemeine ElektronikarbeitenStundenverrechnungssatz95,00 €/h
7ElektroniklaborLaborstunde150,00 €/h
Hinweis zu den Preisangaben: Alle Preise verstehen sich zuzüglich MwSt.